Schlagwort-Archive: Versicherung

Brauchen teure Technikgeräte eine Extra-Police?

Oftmals nein, denn die gesetzliche Gewährleistung beträgt ohnehin zwei Jahre

„Plus-Garantie“ oder „Komplettschutz“ heißen Zusatzversicherungen, die der Handel für Handys, Fernseher & Co anbietet. Dahinter stehen Versicherungsunternehmen wie Domestic & General oder Axa. Die einen verlängern den Zeitraum der Gewährleistung durch den Verkäufer, die anderen übernehmen die Kosten bei Diebstahl oder bei Reparaturen, die die Garantie des Herstellers nicht abdeckt. Doch Verbraucherschützer halten solche Versicherungen für überflüssig. (…) | SUPERillu Nr. 24/2013, S. 52

Krank im Dschungel

Für Studenten im Ausland ist meist eine Zusatzversicherung sinnvoll, doch übernimmt auch die nicht alle Kosten
Als sich Lars Wolkenhauer dazu entschied, ein halbes Jahr in Kenia zu studieren, hatte er kaum eine Idee davon, welche medizinische Versorgung er im Krankheitsfall dort erwarten könnte. „Ich wusste vorher nicht genau, wie Nairobi ist“, sagt der 28-jährige Soziologiestudent an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er schloss eine private Krankenversicherung ab, die ihm umfangreichen Schutz versprach. (…) | Berliner Zeitung, 19.02.2011

Service mit beschränkter Haftung

Paketdienste haften für den ordentlichen Transport der Sendungen, doch tragen Geschädigte die Beweislast
Einhundert Pakete schickten die Tester der Stiftung Warentest mit zehn Paketdiensten im Spätsommer quer durch Deutschland -mehr als 40 von ihnen kamen beschädigt beim Empfänger an. Eine erschreckend hohe Zahl. Zugegeben, in den Paketen befanden sich Teller, Gläser und ein Bilderrahmen, diese jedoch so gut verpackt, dass sie vorher einen Sturz von einem 80 Zentimeter hohen Tisch unbeschadet überstanden hatten. (…) | Berliner Zeitung, 22.12.2010

Lobby-Journalistenpreis geht an „Welt“-Redakteurin

dia-logoDer von der Lobby-Organisation „Deutsches Institut für Altersvorsorge“ (DIA) gestiftete Journalisten-„Zukunftspreis“ wird in diesem Jahr an die Redakteurin Barbara Brandstetter der Zeitung Die Welt (Axel Springer) verliehen. Das Institut, dessen Hauptziel die Privatisierung der Altersvorsorge ist, zeichnete einem Bericht der Welt zufolge eine neunteilige Serie aus, in der verschiedene Möglichkeiten der Altersvorsorge analysiert werden. Die Jury vertrat die Meinung, auch in Zeiten, in denen Redakteure in der Regel überlastetet sind, sei ein unabhängiger Verbraucherjournalismus zum Thema Altersvorsorge in einer Tageszeitung möglich.

Die Preisträgerin Brandstetter war zuletzt als Jurorin für einen anderen Verbraucherjournalismus-Preis tätig: den des Markenverbandes. Die 27-Jährige promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin ist seit 2006 Teamkoordinatorin für Verbraucherfinanzen bei der Welt-Gruppe und der Berliner Morgenpost.

Das Preisgeld beträgt insgesamt 20.000 Euro. Den zweiten und dritten Platz belegten die Deutschlandfunk-Produktionen „Städte vergreisen, Dörfer verwaisen“ von Beatrix Novy und „Die Risse im sozialen Netz“ von Nikolaus Nützel.

Neben journalistischen Beiträgen waren auch wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Thema Altersvorsorge befassen, zum Wettbewerb zugelassen. Die Gesellschafter des 1997 gegründeten DIA sind unter anderem die Deutsche Bank, die DWS Investment und der Deutsche Herold. (ek)

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Schulweg birgt Risiko

Verursachen Kinder einen Unfall, springt die gesetzliche Unfallversicherung ein
Der Zehnjährige verlässt den Schulbus und überquert, ohne auf den Verkehr zu achten, hinter dem Bus die Straße. Als der Fahrer eines entgegenkommenden Lieferwagens das Kind sieht, versucht er noch auszuweichen. Der Junge wird aber dennoch vom Spiegel des Lasters schwer verletzt. Solche Unfälle sind typisch für Kinder auf dem Schulweg, aber glücklicherweise nicht sehr häufig. (…) | Berliner Zeitung, 22.09.2010

Nutzen oder ausnutzen

Auch Praktikanten genießen Rechte: Versicherungen, Urlaub und reguläre Arbeitszeiten
Die Praktikantin mit Hochschulabschluss organisierte in der Fachabteilung eines Verlags Konferenzen und Workshops – ein halbes Jahr lang. Andere Bereiche des Unternehmens bekam sie nicht zu Gesicht. Sie erhielt dafür 375 Euro pro Monat. Sittenwidrig wenig, urteilte das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg (Az. 5 Sa 45/07). Nicht der Ausbildungszweck habe hier im Vordergrund gestanden, das Praktikum sei stattdessen ein ganz normales Arbeitsverhältnis gewesen. Der Verlag musste der 26-Jährigen 7000 Euro Lohn nachzahlen (…) | Berliner Zeitung, 08.09.2010

PR-Maßnahme Journalistenpreis: „Die Service-Feder“

Drei Tage vor Einsendeschluss ruft die R+V-Versicherung Journalisten noch einmal auf, sich an ihrer Ausschreibung zum Journalistenpreis „Die Service-Feder“ zu beteiligen. Sie will Tageszeitungsbeiträge mit Service- oder Ratgebercharakter auszeichnen, die Risiken in Alltag und Freizeit behandeln. Die als unabhängig bezeichnete Jury wird von einer Mitarbeiterin der Versicherung geleitet.

Derartige Journalistenpreise sind offensichtliche PR-Maßnahmen. Auch andere Unternehmen der Finanz- und Versicherungsbranche sponsern Journalistenpreise und -weiterbildungen. So bezahlt die Direktbank Diba die Sommerakademie Verbraucherjournalismus an der Uni Mainz und den Helmut-Schmidt-Journalistenpreis, die Gothaer Versicherung finanzierte vier Beilagen über Finanzjournalismus in der Fachzeitschrift Message. Dahinter steht der Grundgedanke, dass vermehrt Journalisten die Verbraucher über komplizierte Finanzprodukte informieren sollen, wenn die eigene Beratungsleistung der Banken und Versicherungen nachlässt und die Direktvermarktung zunimmt. (ek)

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