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Damit der Mini-Zins nicht zur Falle wird

Baudarlehen sind derzeit megagünstig. Doch jetzt warnt Stiftung Warentest, dass durch die niedrigen Zinsen extrem lange Kreditlaufzeiten drohen

Tausende Deutsche tun es oder wollen es tun: von den aktuell niedrigen Bauzinsen profitieren. Doch in den Minizinsen lauert eine spezielle Gefahr, warnt jetzt Stiftung Warentest: der sogenannte Laufzeiteffekt. … | Gong Nr. 35, 21.08.2013, S. 106

Historisches von der Stiftung – „test“ wird 45 Jahre alt

45-jahre-test-logoZum 45-jährigen Bestehen der Zeitschrift test hat die Stiftung Warentest eine Internetseite [Link erloschen] mit „Geschichte und Geschichten“ der Zeitschrift sowie Fakten zum Testumfang veröffentlicht. Darin spiegelt sich auch die technische Entwicklung in der Konsumgesellschaft wieder: von Plattenspielern im Jahr 1967 über die ersten Handys in den 1990ern bis zu Drucker-Scannern im aktuellen April-Heft.

Die erste Ausgabe von 1966 – noch unter dem Titel „Der Test“ – hat die Stiftung als pdf-Datei auf die Jubiläums-Internetseite gestellt. Die Geschichte des Testheftes und der Stiftung kann sich der Nutzer Jahr für Jahr auf der Website ansehen. In einer Galerie lassen sich alle jemals erschienenen Titelbilder betrachten.

Eigenen Angaben zufolge hat die Stiftung in 45 Jahren insgesamt 5.000 Tests von mehr als 85.000 Produkten durchgeführt. Dazu kommen 1.600 Dienstleistungsuntersuchungen. Neben den inzwischen traditionellen Produkten wie Waschmaschinen und Kindersitzen fürs Auto hat die Zeitschrift vereinzelt auch kurios anmutende Artikel wie heizbare Skibrillen, aufblasbare Schlitten und Elektroschuhtrockner unter die Lupe genommen. Da die Stiftung Warentest in den 1980er Jahren das steigende Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung als neuen Trend offenbar verpasst hatte, behauptet sich seit 1983 die kommerzielle Zeitschrift Öko-Test als Konkurrentin erfolgreich am Markt.

Die erste test-Ausgabe kostete 1,50 D-Mark (nominell rund 75 Cent); für das aktuelle test-Heft zahlt der Käufer am Kiosk 4,50 Euro.

Die Stiftung Warentest wurde am 4. Dezember 1964 von der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Da ihre Publikationen keine kommerziellen Anzeigen enthalten, wird die Arbeit der Stiftung durch das Bundesverbraucherschutzministerium mit zurzeit jährlich sechs Millionen Euro unterstützt. (ek)

Verlage starten Google-Bezahlsystem mit Nutzwert-Artikeln

logo-onepassDas am Mittwoch von Google gestartete Bezahlsystem für Medieninhalte im Internet „One Pass“ [Link erloschen] wollen Stern.de und Focus Online zunächst für Artikel mit Nutzwert einsetzen. Stern.de will nach Angaben von Geschäftsführer Christian Hasselbring testweise einzelne Beiträge aus dem Ratgeberbereich zum Thema Allergie für 49 Cent anbieten – aktuell waren bei einer Durchsicht dort allerdings noch keine kostenpflichtigen Artikel zu finden.

Focus Online bietet beispielsweise einen im November 2010 veröffentlichten Artikel „Zehn Fakten zum Elterngeld“ samt Unterseiten für zehn Cent an. „Die ausgewählten Artikel auf Focus Online sehen wir als Testläufer“, sagte der Produktverantwortliche Oliver Ebert.

Indem sie nutzwertjournalistische Artikel kostenpflichtig machen, wollen die Verlage offenbar an die Erfolge der Stiftung Warentest anknüpfen. Diese bietet auf ihrer Internetseite test.de seit Jahren erfolgreich Ergebnisse von Warentests gegen Gebühr an. Anders als bei dem Bezahlsystem von Google, bei dem der Käufer stets namentlich erfasst wird, können Kunden von test.de ihre Artikel auch anonym per Handy bezahlen. (ek)

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Service-Beilage der „Berliner Zeitung“ wird offenbar eingestellt

berlzeitung_01Die wöchentliche Service-Beilage „Blickpunkt“ der Berliner Zeitung wird zum Jahresende offenbar eingestellt. Dies geht aus E-Mail der Raufeld Medien GmbH hervor, die Nutzwertjournalismus.de* vorliegt. Raufeld Medien produziert die Beilage druckfertig für den Berliner Verlag und hat diese Information bis zum Nachmittag trotz Anfrage nicht kommentiert. Eventuell sind durch das Einstellen der Beilage auch einzelne Arbeitsplätze bei Raufeld Medien bedroht.

Die Chefredaktion der Berliner Zeitung um Uwe Vorkötter ließ auf Anfrage mitteilen, dass sie sich nicht äußere, da sie keinen Kenntnisstand dazu habe. Die Geschäftsführung des Berliner Verlags, der die Berliner Zeitung herausgibt, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch die Mediengruppe M. DuMont Schauberg, die die Berliner Zeitung im Januar 2009 übernommen hatte, reagierte bis zur Veröffentlichung dieser Meldung nicht auf eine entsprechende Anfrage.

Redaktionell und gestalterisch wird die Beilage „Blickpunkt“ von der Berliner Agentur Raufeld Medien seit Januar 2008 produziert. Die Serviceseiten werden im spezifischen Layout und Format der Berliner Zeitung belichtungsfertig überstellt, die Anzeigen tagesaktuell eingebettet.

Zuvor hatte Raufeld Medien die tägliche Serviceseite zu den Schwerpunkten Recht, Berlin-Kultur, Gesundheit, Freizeit und Genuss (Essen und Trinken) hergestellt. Sie war im Jahr 2004 mit dem zweiten Preis des Stiftung Warentest-Preises für Verbraucherjournalismus ausgezeichnet worden. Die Jury hatte sich vom hohen Nutzwert der Informationen und weiterführenden Quellen und besonders der ansprechenden Form der Präsentation überzeugt gezeigt.

Raufeld Medien war 2004 von Ex-Mitarbeitern der Berliner Zeitung um Jens Lohwieser gegründet worden. (ek)

[*Der Autor dieser Meldung hat als freier Journalist einzelne Beiträge für „Blickpunkt“ geschrieben.]

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Rückgang bei Stiftung Warentest 2009: Weniger Produkte getestet, weniger Hefte verkauft

In ihrer Jahresbilanzkonferenz für 2009 diese Woche musste die Stiftung Warentest über zurückgehende Heftauflagen und Erlöse berichten. Gegenüber 2008 sanken die Auflagen der Zeitschriften Test und Finanztest um jeweils 5,6 Prozent. In gleichem Umfang nahm auch die Zahl der kostenpflichtigen Abrufe der Internetseite test.de ab. Damit stehen die Publikationen der Stiftung schlechter da als die Zeitschriften Guter Rat (plus 4,2 Prozent verbreitete Auflage) und Ökotest (minus 1,4 Prozent). Nur Computerbild hatte im vergangenen Jahr einen ähnlichen Rückgang zu verbuchen (minus 5,4 Prozent).

Stiftungs-Vorstand Werner Brinkmann zeigte sich mit der Entwicklung dennoch zufrieden. Die Erlöse lagen 2009 mit 38,8 Millionen Euro zwar eine Million unter dem Vorjahreswert. Weil die Ausgaben für Tests, Herstellung, Vertrieb und Werbung jedoch ebenfalls gesenkt wurden, ist das Gesamtergebnis insgesamt positiv. Der Zuschuss der Bundesrepublik Deutschland lag 2009 unverändert bei sechs Millionen Euro, was etwa 16 Prozent des Gesamthaushalts ausmacht.

Die Stiftung hat 2009 mit 2.116 Produkten rund zwölf Prozent weniger getestet als im Jahr zuvor. Sie hat weniger klassische Warentests durchgeführt (96 statt im Vorjahr 99), aber mehr Dienstleistungstests und Schnelltests von neuen Produkten und Aktionsware, die vor allem Discounter anbieten.

Als Höhepunkte hob Brinkmann den Test zur Anlageberatung von Banken Ende 2009 hervor, demzufolge die Geldinstitute nach wie vor statt einer gewünschten sicheren Geldanlage Zertifikate und Aktienfonds anboten. Ein Test von Kinderwagen im Oktober 2009 hatte besonders viele Schadstoffe in den verwendeten Materialien aufgespürt. (ek)

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Förderpreis für Wissenschaftler zu Folgen der Finanzkrise

Welche Auswirkungen und Folgen hat die Finanzkrise für den Verbraucher? Zu diesem Thema schreibt die Stiftung Warentest einen Förderpreis für Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten aus. Dazu können betriebs- oder volkswirtschaftlichen Studien sowie Arbeiten mit politologischen oder soziologischen Ansätzen eingereicht werden, die die Tätigkeit der Stiftung fördern.

Das zweijährlich vergebene Preisgeld von 5.000 Euro kann auf drei Preisträger verteilt werden. Es entscheidet eine Jury aus Mitarbeitern der Stiftung. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2010. (ek)

Praxis hoch vier mausert sich zum Volontariat

Jedes Jahr um diese Zeit rufen die Stiftung Warentest und der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) zum gemeinsamen Weiterbildungsprogramm „Praxis hoch vier“ auf, in dem angehende Journalisten im Wirtschafts- und Verbraucherjournalismus trainiert werden sollen. Neu im siebten Jahr des Programms ist, dass die Teilnehmer nun Volontäre genannt werden und die Ausbildungszeit von 13 auf 18 Monate erhöht wurde. Statt eines Stipendiums von 1.000 Euro wird nun eine Ausbildungsvergütung von 1.150 Euro monatlich gezahlt.

Wie bisher absolvieren die Volontäre Stationen in Print-, Online-, Fernseh- und Hörfunkredaktionen bei der Stiftung, dem Tagesspiegel, bei RBB und ZDF sowie im PR-Bereich bei den Pressestellen von Verbraucherverbänden.

Theoretische Inhalte soll die Electronic Media School (ems) in Potsdam sowie der Besuch der bankgesponserten Sommerakademie Verbraucherjournalismus an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz liefern.

Die Ausbildung beginnt im Juli, Bewerbungen sind bis zum 31. März 2010 möglich. (ek)

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