Schlagwort-Archive: Berliner Zeitung

Krank im Dschungel

Für Studenten im Ausland ist meist eine Zusatzversicherung sinnvoll, doch übernimmt auch die nicht alle Kosten
Als sich Lars Wolkenhauer dazu entschied, ein halbes Jahr in Kenia zu studieren, hatte er kaum eine Idee davon, welche medizinische Versorgung er im Krankheitsfall dort erwarten könnte. „Ich wusste vorher nicht genau, wie Nairobi ist“, sagt der 28-jährige Soziologiestudent an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er schloss eine private Krankenversicherung ab, die ihm umfangreichen Schutz versprach. (…) | Berliner Zeitung, 19.02.2011

Service mit beschränkter Haftung

Paketdienste haften für den ordentlichen Transport der Sendungen, doch tragen Geschädigte die Beweislast
Einhundert Pakete schickten die Tester der Stiftung Warentest mit zehn Paketdiensten im Spätsommer quer durch Deutschland -mehr als 40 von ihnen kamen beschädigt beim Empfänger an. Eine erschreckend hohe Zahl. Zugegeben, in den Paketen befanden sich Teller, Gläser und ein Bilderrahmen, diese jedoch so gut verpackt, dass sie vorher einen Sturz von einem 80 Zentimeter hohen Tisch unbeschadet überstanden hatten. (…) | Berliner Zeitung, 22.12.2010

Update: „Berliner Zeitung“ schweigt zur Zukunft ihrer Verbraucher-Berichterstattung

berlzeitung_01Trotz zweier Nachfragen hat sich die Berliner Zeitung bislang weder zur Zukunft ihrer Verbraucher-Berichterstattung, noch zu den Gründen geäußert, warum sie ihre Service-Beilage „Blickpunkt“ zum Jahresende einstellen will. Auch der Berliner Verlag, der die Berliner Zeitung herausgibt, und die Mediengruppe M. DuMont Schauberg, die die Berliner Zeitung im Januar 2009 übernommen hatte, reagierten nicht auf entsprechende Presseanfragen. DuMont-Sprecherin Cornelia Seinsche hatte sich am vergangenen Mittwoch als über die Einstellung von „Blickpunkt“ noch nicht informiert gezeigt.

Die 20 Seiten starke Service-Beilage wird von Raufeld Medien extern produziert und liegt der Berliner Zeitung seit Januar 2008 wöchentlich am Mittwoch bei. Anfang Dezember war bekannt geworden, dass sie zum Jahresende eingestellt wird.

Ob die wirtschaftliche Lage Ursache für das Ende von „Blickpunkt“ ist, ist unklar. Zumindest die großen Zeitschriftenverlage melden aktuell wieder schwarze Zahlen und können teilweise sogar zweistellige Renditen verzeichnen, stellt das Beratungsunternehmen Booz & Company in einer aktuellen Studie fest. Die Printbranche habe die Krisenjahre 2008 und 2009 besser überstanden als prognostiziert. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sei das Verlagsgeschäft gesund. (ek)

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Service-Beilage der „Berliner Zeitung“ wird offenbar eingestellt

berlzeitung_01Die wöchentliche Service-Beilage „Blickpunkt“ der Berliner Zeitung wird zum Jahresende offenbar eingestellt. Dies geht aus E-Mail der Raufeld Medien GmbH hervor, die Nutzwertjournalismus.de* vorliegt. Raufeld Medien produziert die Beilage druckfertig für den Berliner Verlag und hat diese Information bis zum Nachmittag trotz Anfrage nicht kommentiert. Eventuell sind durch das Einstellen der Beilage auch einzelne Arbeitsplätze bei Raufeld Medien bedroht.

Die Chefredaktion der Berliner Zeitung um Uwe Vorkötter ließ auf Anfrage mitteilen, dass sie sich nicht äußere, da sie keinen Kenntnisstand dazu habe. Die Geschäftsführung des Berliner Verlags, der die Berliner Zeitung herausgibt, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch die Mediengruppe M. DuMont Schauberg, die die Berliner Zeitung im Januar 2009 übernommen hatte, reagierte bis zur Veröffentlichung dieser Meldung nicht auf eine entsprechende Anfrage.

Redaktionell und gestalterisch wird die Beilage „Blickpunkt“ von der Berliner Agentur Raufeld Medien seit Januar 2008 produziert. Die Serviceseiten werden im spezifischen Layout und Format der Berliner Zeitung belichtungsfertig überstellt, die Anzeigen tagesaktuell eingebettet.

Zuvor hatte Raufeld Medien die tägliche Serviceseite zu den Schwerpunkten Recht, Berlin-Kultur, Gesundheit, Freizeit und Genuss (Essen und Trinken) hergestellt. Sie war im Jahr 2004 mit dem zweiten Preis des Stiftung Warentest-Preises für Verbraucherjournalismus ausgezeichnet worden. Die Jury hatte sich vom hohen Nutzwert der Informationen und weiterführenden Quellen und besonders der ansprechenden Form der Präsentation überzeugt gezeigt.

Raufeld Medien war 2004 von Ex-Mitarbeitern der Berliner Zeitung um Jens Lohwieser gegründet worden. (ek)

[*Der Autor dieser Meldung hat als freier Journalist einzelne Beiträge für „Blickpunkt“ geschrieben.]

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Stechen in der Grauzone

Rechtlich ist Piercing Körperverletzung. Der Kunde muss über die Risiken genau aufgeklärt werden
Acht Wochen, nachdem die Frau ein Brustwarzen-Piercing in einem Piercing-Studio gesetzt bekam, stellt sie zwei Knötchen in der linken Brust fest. Eiteransammlungen, die ihr Frauenarzt mit Antibiotika behandelt. Doch als sich die Wunde kurz darauf vergrößert, muss die Abszesshöhle im Krankenhaus herausoperiert werden. Die schmerzhafte Erkrankung ging noch fast zwei Jahre weiter: Drei stationäre Behandlungen in Krankenhäusern folgten, weil inzwischen Brust und Milchdrüse massiv bakteriell entzündet waren. Die Frau klagte (…) | Berliner Zeitung, 24.11.2010

Gefahr am Steuer

Demenzkranke merken nicht, wenn sie nicht mehr Auto fahren sollten
Eine Million Menschen leiden in Deutschland an einer Demenzerkrankung, bei 70 Prozent wurde Alzheimer festgestellt. Fast immer sind es Menschen über 65 Jahre. Schon vor fast 20 Jahren hat eine Studie der amerikanischen Massachusetts-Universität gezeigt, dass bereits Menschen mit leichter Demenz bei Fahrtests schlechter abschneiden und öfter an Verkehrsunfällen beteiligt sind. Statistisch fiel das lange nicht auf, da (…) | Berliner Zeitung, 24.11.2010

Wenn Mama krank ist

Krankenkassen lehnen viele Anträge auf eine Mutter-Kind-Kur erst einmal ab: nicht entmutigen lassen
Die 36-jährige Mutter zweier Kinder, fünf und acht Jahre alt, leidet an Rückenschmerzen und hat Magen-Darm-Beschwerden. Sie schläft schlecht, und bei Stress fühlt sie einen Druck in der rechten Brust. Neben ihrem Beruf muss sich die verheiratete Frau auch noch um die Bronchitis und die Haltungsschwächen ihrer Kinder kümmern. Ihr Arzt bescheinigt ihr, dass eine Mutter-Kind-Kur medizinisch notwendig ist. Doch nachdem sie die Kur bei ihrer Krankenkasse beantragt, lehnt diese ab. Begründung: Es liege keine außergewöhnliche Belastung vor, die in der Mutterrolle begründet ist. Ein Beispiel von Tausenden, (…) | Berliner Zeitung, 13.10.2010