Der Sprachassistent Siri und die Zukunft des M-Commerce

Apples sprachgesteuerter Assistent „Siri“ (https://www.apple.com/de/iphone/features/siri.html) im iPhone 4S kann Preise vergleichen und Einkaufslisten erstellen. Noch halten nur wenigen Verbraucher ein iPhone mit Siri in ihren Händen. Doch der digitale Assistent scheint durchaus das Potenzial dazu zu besitzen, die Art und Weise zu verändern, wie die Menschen mit dem Smartphone einkaufen – unterwegs und in den Geschäften selbst.

Wie das Online-Magazin E-Marketer (http://www.emarketer.com/Article.aspx?R=1008898) berichtet, hat die amerikanische Werbeagentur Catapult Marketing im vergangenen Monat 3.500 iPhone-4S-Besitzer dazu befragt, wie sie Siri bereits nutzen oder vielleicht nutzen möchten. Die Suche nach Gutscheinen und Sonderangeboten ist derzeit für vier von zehn iPhone-Nutzern interessant.

Jeweils rund ein Drittel der Befragten interessiert sich dafür, von Siri die Preise im Ladengeschäft direkt am Regal mit den Preisen im Internet vergleichen zu lassen oder in anderen Geschäften zu recherchieren, ob die Ware dort vorrätig ist. Im Einzelnen:

  • 39 Prozent möchten mit Siri nach Coupons und Schnäppchen suchen,
  • 35 Prozent Preise vergleichen, während sie im Ladengeschäft sind,
  • 29 Prozent möchten den Warenbestand in anderen Geschäften recherchieren,
  • 23 Prozent erwarten sich Hilfe bei der Frage, in welchen Geschäft sie einkaufen sollen,
  • 21 Prozent setzen Artikel auf eine Einkaufsliste, und
  • 28 Prozent würden Siri für keine dieser Möglichkeiten nutzen.
  • 22 Prozent der Befragten wissen nicht, was Siri ist.

Die Software Siri, die Apple im Oktober 2011 mit dem iPhone-Modell 4S ausgeliefert hat, ist in erster Linie ein Spracherkennungsprogramm. Die Sprachdaten werden über die Internetverbindung an einen Apple-Server übertragen und dort verarbeitet und interpretiert. Siri kann für seinen Besitzer Google-Suchen erledigen, Entfernungen zwischen Orten berechnen, Wettervorhersagen abzurufen oder in Lexika recherchieren. Das Ergebnis wird an das Endgerät per Textnachricht zurückgemeldet und per Sprachausgabe vorgelesen.

Zensurvorwürfe wurden laut, als in den USA Siri-Suchen nach dem Begriff „Abtreibungsklinik“ – ein dort sehr emotional diskutiertes Thema – angeblich zu keinem Ergebnis führten. Apple bezeichnete dies als Fehler und begründete es mit dem Beta-Status der Software. Das Unternehmen steht schon länger für seine nach europäischen Maßstäben sehr strengen Moralregeln in der Kritik, die es etwa untersagen, Apps mit nackter Haut zu verkaufen.

Die amerikanischen iPhone-Nutzer wurden von Catapult Marketing zudem nach den Warengruppen befragt, für die ihnen Siri als Einkaufsassistent dienen könnte. Lebensmittel war die am häufigsten genannte Warengruppe (von 44 Prozent), gefolgt von Elektronikartikeln (39 Prozent), Kleidung (33 Prozent) und Haushaltsgeräten (33 Prozent). Für Reisen und Autos interessierten sich noch weniger der Befragten (26 bzw. 22 Prozent).

Für den Handel haben derartige Statistiken aktuell noch eine geringe Bedeutung, resümiert das Online-Magazin. Denn der Assistent Siri ist insgesamt wenig bekannt und wird derzeit selten beim Einkaufen genutzt. Dennoch werden sich sicherlich künftig immer mehr Verbraucher mit Smartphones ausrüsten, die virtuelle Assistenten an Bord haben. Je einfacher diese zu bedienen sind und je mehr Konsumenten damit selbstverständlich umgehen können, desto eher müssen sich Händler auch auf diese Art des vergleichenden mobilen Einkaufens einstellen.