Buch: Die Lifestyle-Falle (2007/2008)

Titel Lifestyle-FalleBuch: Die Lifestyle-Falle (2007/2008)

Sepp Fiedler, Andreas Eickelkamp (Hg.):
Die Lifestyle-Falle.
Der Klimawandel als Chance für ein neues Lebensgefühl
400 Seiten mit Illustrationen. Franz. Broschur, ISBN 978-3-938807-49-1, Preis: 25,- Euro, Rhombos-Verlag, 2., erweiterte Auflage 2008.

Vorwort zur 2. Auflage:
Ein Jahr nach dem Erscheinen des Buches hat die Verknüpfung der Themen Lebensstil und Klimawandel an Aktualität und Brisanz noch gewonnen. Die überaus positive Resonanz hat uns dazu ermuntert, das Buch in einer zweiten Auflage herauszugeben. Wir haben es noch einmal gründlich durchgesehen und um einen Sach- und Personenindex erweitert. Damit möchten wir den Lesern die Möglichkeit bieten, die verschiedenartigen Inhalte auf eine zusätzliche und komfortable Weise zu erschließen.

Klappentext zur 1. Auflage:
Wir können auch anders? Nein, wir sollten es besser anders machen. Der Klimawandel führt uns mit aller Macht vor Augen, dass unser westlicher Lebensstil ausgedient hat. Hartmut Graßl, Margrit Kennedy, Rolf Kreibich und vierzehn weitere Autoren sind ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet. Aus fachlicher Sicht verdeutlichen sie die Risiken und dramatischen Folgen unseres Lifestyles und zeigen auf, welche Chancen neue, nachhaltige Lebensstile bieten. Dazu dokumentieren sie aus ihrer privaten Perspektive, wie sich der Einzelne der prekären Entwicklung entgegenstellen kann, ohne erst auf den fürsorgenden Staat zu warten. Der vorliegende Band liefert profunde Beiträge zum Diskurs darüber, wie wir künftig leben wollen.

Vorwort zur 1. Auflage:
Noch nie standen Klimawandel, die Endlichkeit natürlicher Ressourcen und Bedrohungs-Szenarien für die Menschheit unter so großer öffentlicher Beachtung wie zur Zeit. Was Wissenschaftlern und einer informierten Minderheit der Bevölkerung seit zwanzig Jahren bekannt ist, beschäftigt endlich nationale und internationale Politik und beherrscht die Medien. Ein Klimagipfel folgt einem Energiegipfel, eine UN-Klimakonferenz der Weltumweltkonferenz. Ist die Gefahr nun gebannt, weil sie erkannt ist? Reicht die Problemlösungskompetenz der politisch Verantwortlichen, diese Herausforderungen zu meistern?
Wir fürchten nein. Europas findigste Geister sind aufgerufen, mit Mut große und großartige Veränderungen einzuleiten. Doch man feilt an technischen Lösungen, sucht Konsens in Gesetzgebungsverfahren. Auf den Prüfstand gehört jedoch der gesamte westliche Lebensstil. Was bedeutet es denn, sich auf den Klimawandel einzustellen? Gehen wir zur Agentur für Klima wie jetzt zur Agentur für Arbeit? Wer denkt schon an Energieverbrauch, wenn es um die Karriere geht? Wie groß ist der persönliche Anteil des Einzelnen an der nötigen Klima-Vorsorge?

Es tauchen ganz neue Kriterien für die Lebensplanung auf. In diesem Buch betrachten die Autorinnen und Autoren das Thema von zwei Seiten: Zum einen belegen sie als ausgewiesene Experten, wie es um unsere Existenzgrundlagen steht, verdeutlichen Risiken und zeigen Chancen auf. Zum anderen dokumentieren sie aus ihrer privaten Lebensgeschichte, wie sich der Einzelne der verhängnisvollen Entwicklung entgegenstellen kann, ohne erst auf den fürsorgenden Staat zu warten. Die Aufmerksamkeit für zu treffende Entscheidungen zu schärfen ist Anliegen dieses Buches.

Im ersten Abschnitt fragt Edgar Göll, wie viel wir konsumieren müssen, um glücklich zu sein. Sepp Fiedler macht in seinem Beitrag Mut, sich zu einer eigenen Lebensführung zu bekennen. Lokales Handeln und regionale Geldsysteme zeigen im zweiten Abschnitt, wie man der Globalisierung entgegentreten kann. Barbara Tietze zeigt dies am Beispiel einer Seifenmanufaktur, Margrit Kennedy belegt anhand zinsfreier regionaler Geldsysteme, wie diese die nationalen Währungen ergänzen können, und Dorinha Andrade und Clóvis Zimmermann demonstrieren mit der Palmenbank in der brasilianischen Stadt Fortaleza, wie Mikrokredite Armut bekämpfen und eine solidarische Regionalwirtschaft fördern können.

Der dritte Abschnitt steht im Zeichen radikaler Utopien, die Lothar Semsch aufwirft, und einer Analyse von Erhard O. Müller, mit der er den stets unterstellten Zusammenhang zwischen Wohlstand und Wirtschaftswachstum in Frage stellt. Es folgt ein sozusagen wissenschaftlich-technischer Passus. Darin macht Hartmut Graßl eine globale Energierechnung auf und fordert, ein zweites solares Zeitalter einzuläuten. Wie sich jeder Hausbesitzer eine umweltschonende Heizungs- und Warmwasseranlage zum Nulltarif verschaffen kann, beschreibt Rolf Kreibich in seinem Artikel und legt dar, welche Maßnahmen höchster Priorität 667 Energieexperten für die kommenden zwanzig Jahre für wichtig halten. Harald Schoembs kritisiert das aktuelle Energieverbrauchs-Verhalten aus mehreren Perspektiven, und Hans Boës macht die Folgen abrupter Klimaänderungen anschaulich und stellt alltagstaugliche alternative Transportmittel vor. Wer den Beitrag von Achmed Khammas liest, erfährt von den Schwierigkeiten, neue Technologien in einem Schwellenland, hier: Syrien, zu etablieren. Ähnliches schildert Arno Paulus allerdings für Berlin, das es verpasst hat, Solarhauptstadt zu werden.

Aus einer eher persönlichen Perspektive betrachten die Autoren des letzten Abschnittes die Materie. Gerit von Leitner lässt uns einen Blick auf ungeahnte Zusammenhänge zwischen medizinischer Forschung und staatlichem Handeln werfen. Marcello Farabegoli spannt einen Bogen zwischen Physik, Philosophie, Umwelt und Kunst, und Andreas Eickelkamp untersucht die Verbindung von werbetreibender Industrie, den Massenmedien und unserem Lebensstil und stellt die Frage, ob der Mensch aufgrund seiner natürlichen Ausstattung Probleme der vorliegenden Größenordung überhaupt zu lösen vermag.

Wie man sieht, ist das Themengebiet breit gefächert, und so haben sich die Herausgeber dazu entschlossen, sich zwischen den Themenblöcken mit Zwischenrufen moderierend zu Wort zu melden. Der Designer Johannes Cremer, der auch den Buchumschlag gestaltete, erzählt mit den lose eingestreuten Illustrationen parallel zum gedruckten Wort eine eigene Geschichte. Wie ein Fährtensucher spürt er thematische Stimmungsbilder der Ökobewegung seit den 70er Jahren auf und stellt sie zu einem Moodboard zusammen. Es beginnt mit den »reinsten« Gegenständen der Zeit und fächert sich dann auf, doch jeder Leser ist eingeladen, seine eigene Vorstellung dazu zu formen.

Ein Buch wie dieses kann ohne die Mitarbeit Vieler nicht vollbracht werden. Zuerst ist es natürlich das Verdienst der Autorinnen und Autoren, die mit Engagement, Herzblut und Professionalität den Grundstock dazu legten, was an dieser Stelle besonders gewürdigt werden soll. Annette Piening und Erhard O. Müller, der auch als Autor zwischen den Buchdeckeln vertreten ist, haben die Herausgeber thematisch, konzeptionell und praktisch beraten, wofür ihnen ein außerordentlicher Dank auszusprechen ist. Weitere wertvolle Unterstützung erhielten die Herausgeber aus dem engeren beruflichen und privaten Umfeld. Bernhard Reiser vom Rhombos-Verlag danken wir für die professionelle Hilfe bei der technischen und verlegerischen Umsetzung des Buchprojekts.

Die Herausgeber
Berlin im März 2007


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