Finanzkrise drückt Stiftung Warentest ins Minus

Wegen der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt wird die Stiftung Warentest erstmals in ihrer Geschichte ein Geschäftsjahr mit einem Verlust abschließen. Das melden die Zeitung „Welt am Sonntag“ und die Nachrichtenagentur dapd. „In unserer Planung gehen wir von einem Minus von 1,35 Millionen Euro aus“, sagte Stiftungsvorstand Hubertus Primus der Zeitung.

Die Verkaufszahlen der Publikationen „Test“ und „Finanztest“ seien nicht der Grund für das Defizit. Das Minus gehe auf die aktuelle niedrige Verzinsung des Stiftungskapitals mit rund 2,5 Prozent zurück, sagte Primus.

Im Jahr 2009 habe der Bund das Stiftungskapital um 50 Millionen Euro erhöht und im Gegenzug die jährlichen Zuschüsse von 6 auf 3,5 Millionen Euro gekürzt. Die Zuschüsse sind Ausgleichszahlungen dafür, dass die Publikationen laut Stiftungssatzung anzeigenfrei sind. Damals sei laut Primus eine Verzinsung mit fünf Prozent des zusätzlichen Kapitals erwartet worden, somit jährliche Erträge von 2,5 Millionen Euro. Mittelfristig sei eventuell darüber nachzudenken, „ob die Kürzung der jährlichen Zuschüsse vielleicht zu heftig ausgefallen ist“.

Im Jahr 2011 hatte die Stiftung ohne die Erlöse aus dem Stiftungskapital einen Verlust von 1,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Dieser wurde durch Zinseinnahmen in Höhe von 2,4 Millionen Euro aus dem gesamten Stiftungskapital mehr als wettgemacht. 2010 lag der Verlust bei 0,8 Millionen Euro, der Zinsgewinn bei 1,6 Millionen Euro.

Inzwischen habe die Stiftung Warentest Sparmaßnahmen ergriffen, die aber keine Testvorhaben beträfen, sagte Hubertus Primus. Die Stiftung mit Sitz in Berlin untersucht seit 1964 im staatlichen Auftrag Waren und Dienstleistungen. (ek)