Juristischer Druck auf Warentester steigt

Auf Zeitschriften mit vergleichenden Warentests erhöhen die Hersteller von Produkten, die mit dem Testergebnis nicht einverstanden sind, offenbar den juristischen Druck. Neben den Verlagen würden zunehmend einzelne Mitarbeiter persönlich verklagt. Das sagte der Chefredakteur der Zeitschrift „Öko-Test“, Jürgen Stellpflug, einem Eigenbeericht [Link erloschen] des Netzwerks Recherche zufolge auf der Jahreskonferenz des Vereins.

Wie auch die Zeitschrift „Test“ der Stiftung Warentest müsse „Öko-Test“ rund ein Dutzend Prozesse pro Jahr führen. „Test“-Chefredakteurin Anita Stocker berichtete von „deutlich mehr“ Beschwerden in Form von Anrufen und Schreiben. In der Folge würden die Redakteure ihre Texte „unglaublich vorsichtig formulieren“. Denn nicht gegen die Tabellen mit den Messergebnissen und Beurteilungen, sondern gegen einzelne Wörter und Satzteile würden sich die Beschwerden richten, so Stocker.

Laut „Öko-Test“-Chef Stellpflug zehre die Taktik der Juristen, gegen einzelne Personen vorzugehen, an den Nerven der Betroffenen. Einzelne Mitarbeiter hätten aus diesem Grund sogar die Zeitschrift bereits verlassen. (ek)